Die Geschichte der Halbinsel Samaná – Eine Reise durch Jahrhunderte

Samaná als Zufluchtsort für Piraten, Ureinwohner und amerikanische Einwanderer

Wer heute über Samaná fährt, sieht Berge voller Kokospalmen, kleine Ortschaften, Buchten und immer wieder das Meer. Es wirkt friedlich. Das war es allerdings nicht immer. Auf dieser vergleichsweise kleinen Halbinsel trafen indigene Völker auf spanische Eroberer, Piraten auf Kolonialsoldaten, Franzosen auf Spanier und später amerikanische Einwanderer auf eine völlig neue Heimat. Zwischendurch wollten gleich mehrere Großmächte Samaná besitzen. Für einen abgelegenen Landstrich am Rand Hispaniolas war erstaunlich viel los.

Lange bevor die ersten europäischen Segel am Horizont auftauchten, lebten hier die Ciguayos. Sie waren eine eigenständige indigene Bevölkerungsgruppe und unterschieden sich von den Taíno, die große Teile Hispaniolas bewohnten. Ihre Heimat nannten sie Xamaná – ein Name, aus dem später Samaná wurde. Von den Kleinen Antillen kamen bereits damals Kariben über das Meer und unternahmen Überfälle auf die Bewohner Hispaniolas. Friedliche karibische Inselwelt war also schon vor Kolumbus eher eine europäische Wunschvorstellung.

Im Januar 1493 erreichte Christoph Kolumbus auf seiner ersten Reise die Küste Xamanás. Einige Wochen zuvor war er an anderen Stellen Hispaniolas vergleichsweise freundlich empfangen worden. Hier verlief die Begrüßung deutlich anders.

Am 13. Januar kam es zu einem heftigen Zusammenstoß mit den Ciguayos. Pfeile flogen auf die Spanier und ihre Boote. Kolumbus hielt später fest, noch nie so viele Pfeile über einem Schiff gesehen zu haben. Die Gegend bekam daraufhin den Namen Bahía de las Flechas – Bucht der Pfeile. Bis heute erinnert die Playa de las Flechas zwischen Santa Bárbara de Samaná und Las Galeras an diesen wenig herzlichen Empfang.

Für die indigene Bevölkerung begann mit der spanischen Eroberung eine Katastrophe. Krankheiten, Gewalt, Zwangsarbeit und Versklavung ließen die alten Gesellschaften Hispaniolas innerhalb weniger Jahrzehnte zusammenbrechen. Samaná selbst blieb jedoch lange außerhalb der großen spanischen Siedlungsgebiete. Berge, Wälder, Sümpfe und fehlende Wege machten die Halbinsel schwer erreichbar – für die Kolonialverwaltung ein Ärgernis, für andere ein Vorteil.

Zunächst suchten aufständische Indigene hier Schutz, später entflohene afrikanische Sklaven. Schon im 16. Jahrhundert berichteten spanische Behörden von Gruppen, die sich in den Lagunen und schwer zugänglichen Gebieten der Nordküste verborgen hielten.

Dann entdeckten Männer Samaná, die ebenfalls wenig Interesse daran hatten, von Behörden gefunden zu werden.

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Samaná besitzt keine lange Reihe monumentaler Paläste oder berühmter Schlachtfelder. Seine Geschichte ist unscheinbarer – und gerade deshalb interessant.

Sie steckt in den Menschen, die hier Zuflucht fanden, neu anfingen und blieben.

Und davon gab es auf Samaná erstaunlich viele.

WO LIEGT DIE BUCHT DER PFEILE?

Aus den Aufzeichnungen von Kolumbus und den geänderten Notizen von Bartholomé de las Casas wird man bis heute nicht schlau. Historiker haben unterschiedliche Meinungen zu dem ersten Kampf zwischen Europäern und Ureinwohnern.
Kolumbus schreibt von einer großen Bucht und einer kleinen Insel, welche den Ort des Überfalls auf seine Schiffe bezeichnet. Dieser Platz kann die heutige Bucht von Samaná im Süden der Halbinsel oder aber die Bucht von Rincón, im Osten der Halbinsel sein. In beiden Buchten gibt es vorgelagerte Inseln und beide diese Inseln heissen zu dem auch noch Cayo Levantado.
Fakt ist: Kolumbus wurde von den Kariben angegriffen und der nach diesem Ereignis benannte Strandabschnitt der „Golfo de las Flechas” befindet sich auf dem Weg von Santa Barbara de Samaná nach Las Galeras in Höhe von Cayo Levantado.

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