Antillena miguelangeli

Eine endemische Vogelspinne aus den Bäumen Nordwest-Hispaniolas

Im Schutzgebiet Cañón del Río Gurabo im Nordwesten der Dominikanischen Republik lebt eine Vogelspinne, die der Wissenschaft lange unbekannt blieb. Antillena miguelangeli verbirgt sich nicht in einer Erdhöhle, wie es für viele Vogelspinnen typisch ist. Sie bewohnt natürliche Hohlräume in Baumstämmen und Ästen, die sie mit Seide auskleidet und zu einem gut getarnten Rückzugsort ausbaut.

Beschrieben wurde die Art 2024 von dem dominikanischen Arachnologen Gabriel de los Santos und seinem brasilianischen Kollegen Rogério Bertani. Ihre Veröffentlichung erweiterte die ausschließlich auf Hispaniola vorkommende Gattung Antillena um eine zweite bekannte Art. Zugleich war es der erste wissenschaftliche Nachweis dieser Gattung im Norden der Insel.

Die Entdeckung erzählt nicht nur von einer ungewöhnlichen Vogelspinne. Sie zeigt auch, wie wenig selbst manche geschützten Landschaften der Dominikanischen Republik biologisch erforscht sind. Zwischen trockenen Wäldern, Flussschluchten und unscheinbaren Baumhöhlen können Arten leben, deren Verbreitung auf ein sehr kleines Gebiet begrenzt ist. Gerade solche Endemiten machen die Natur Hispaniolas besonders – und zugleich empfindlich gegenüber Veränderungen ihres Lebensraums.

Wer die Tierwelt der Dominikanischen Republik verstehen möchte, sollte deshalb nicht nur auf Leguane, Wale oder farbenprächtige Vögel achten. Ein bedeutender Teil ihrer biologischen Vielfalt lebt verborgen, oft nur wenige Meter über dem Boden.

Eine Vogelspinne, die in Bäumen lebt

Bei Vogelspinnen denken viele Menschen zunächst an große Spinnen, die am Boden leben oder tiefe Wohnröhren graben. Tatsächlich sind die meisten Arten der Familie Theraphosidae bodenbewohnend. Innerhalb dieser Familie existieren jedoch auch Gruppen, die sich an ein Leben in Bäumen angepasst haben.

Im geschützten Teil lesen Sie …

… wie die neue Vogelspinnenart entdeckt wurde, worin sie sich von ihrer Verwandten unterscheidet und wie sie in den Bäumen des Cañón del Río Gurabo lebt.

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Quellen und Bildnachweise