Am Abend des 2. Dezember 1562 erschütterte ein starkes Erdbeben den Norden der damaligen spanischen Kolonie Santo Domingo. Besonders schwer traf es Santiago de los Caballeros und Concepción de la Vega. Kirchen, Verwaltungsgebäude und Wohnhäuser stürzten ein oder wurden so stark beschädigt, dass beide Städte an neuen Standorten wiederaufgebaut werden mussten. Auch Puerto Plata erlitt erhebliche Schäden.
Das Ereignis gehört zu den frühesten ausführlicher dokumentierten Naturkatastrophen der Insel Hispaniola. Eine Magnitude lässt sich nicht angeben, denn Messgeräte gab es im 16. Jahrhundert noch nicht. Wissenschaftler rekonstruieren das Beben anhand historischer Berichte, der räumlichen Verteilung der Schäden und geologischer Untersuchungen. Das dominikanische Erdbebeninstitut ordnet dem Ereignis eine sehr hohe Intensität zu und bringt es mit dem Störungssystem im nördlichen Cibao in Verbindung.
Seine Bedeutung reicht weit über die unmittelbare Zerstörung hinaus. Das heutige Santiago liegt nicht dort, wo sich die Stadt vor 1562 befand. Auch La Vega wurde nach der Katastrophe an einem anderen Ort aufgebaut. Die Ruinen von Santiago Viejo in Jacagua und La Vega Vieja sind daher nicht nur archäologische Stätten. Sie zeigen, wie ein einzelnes Naturereignis die geografische und städtische Entwicklung des Cibao dauerhaft verändern konnte.
Im geschützten Teil lesen Sie …
… wie das Beben Santiago und La Vega dauerhaft veränderte, warum beide Städte verlegt wurden und was die Ruinen heute erzählen.
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Quellen und Hinweise
Foto: © domrep.guide · Frank Marenbach
Als wichtigste Grundlagen dienen historische Dokumente der Academia Dominicana de la Historia, Veröffentlichungen des Instituto Sismológico Universitario sowie wissenschaftliche Untersuchungen zur historischen Seismizität Hispaniolas.
