Horacito Álvarez Perdomo hat mir Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend übermittelt. Sie führen zurück in die Kolonialstadt von Santo Domingo, in eine Zeit, in der El Conde, Isabel la Católica, Arzobispo Meriño und die angrenzenden Straßen das wirtschaftliche und gesellschaftliche Rückgrat der Hauptstadt bildeten.
Seine Erzählung ist kein nüchterner historischer Rundgang. Sie folgt den Häuserblocks, Straßenecken und persönlichen Begegnungen eines Menschen, der hier aufwuchs. Geschäfte, Apotheken, Werkstätten und Restaurants tauchen ebenso auf wie Familiennamen, kleine Alltagsrituale und Erinnerungen an eine Stadt, deren Leben sich noch auf vergleichsweise engem Raum abspielte.
Der Weg führt von Osten nach Westen über die Calle El Conde und durch ihre Nebenstraßen. Horacito erinnert sich an das Kartografische Militärinstitut, an die Redaktion der Zeitung El Caribe, an die Banken der Isabel la Católica und an den Torre del Homenaje. Er erzählt vom Sonntagnachmittag im Parque Colón, von fünf cheles für Brotpudding, von einer ungewöhnlichen Geldtransportanlage in einer Eisenwarenhandlung und von den Geschäften, die das Bild der Calle El Conde prägten.
So entsteht aus vielen einzelnen Beobachtungen das Porträt eines verschwundenen Santo Domingo – persönlich, detailreich und mit jener leisen Wehmut, die Erinnerungen an die eigene Jugend begleitet.
Von Ost nach West durch die Kolonialstadt
Horacitos Vater Horacio Álvarez Saviñón war beinahe von Geburt an Industrieunternehmer. Mit der anfänglichen Unterstützung seiner Mutter Angélica Perdomo Frier gehörte er 1931 zu den Pionieren bei der Herstellung von Erfrischungsgetränken. Zu seinen Marken zählten Agua Mineral Enriquillo und die aromatisierten Getränke von La Toma. In jenem Jahrzehnt füllte sein Unternehmen zudem Pepsi-Cola für den dominikanischen Markt ab.
Im geschützten Teil lesen Sie …
… wie das gesellschaftliche und geschäftliche Leben rund um die Calle El Conde vor mehreren Jahrzehnten aussah.
Quellen und Bildnachweise
Text- und Bildquelle: AlMomento – La calle El Conde en los años 30 y 40
