Auf den ersten Blick war La Cafetera ein schlichtes Café an der Calle El Conde. Kleine Tische, starker dominikanischer Kaffee und eine Einrichtung, die über Jahrzehnte kaum dem wechselnden Geschmack der Zeit folgte. Doch hinter dieser unauffälligen Fassade verbarg sich einer der bedeutendsten Treffpunkte des kulturellen Lebens in Santo Domingo.
Seit den 1930er-Jahren kamen hier Schriftsteller, Maler, Journalisten, Musiker und politisch engagierte Intellektuelle zusammen. Spanische Republikaner, die nach dem Bürgerkrieg in die Dominikanische Republik geflohen waren, brachten die europäische Tradition der literarischen Cafés mit. Später wurde La Cafetera zum Stammlokal mehrerer Generationen dominikanischer Künstler. Pedro Mir, Aída Cartagena Portalatín, Marcio Veloz Maggiolo, René del Risco Bermúdez, Pedro Peix und José Cestero gehören zu den Namen, die mit dem Lokal verbunden sind.
Dabei war La Cafetera nie ein Kulturzentrum im offiziellen Sinne. Gerade ihre Alltäglichkeit machte sie besonders. Zwischen Tassen, Gläsern und den Geräuschen der Fußgängerzone entstanden Gespräche über Literatur, Kunst, Politik und gesellschaftlichen Wandel. Unter der Diktatur Trujillos, während der politischen Aufbrüche der 1960er-Jahre und noch Jahrzehnte später blieb das Café ein Ort, an dem Meinungen aufeinandertrafen.
Im September 2024 endete diese Geschichte zunächst: La Cafetera schloss nach mehr als neun Jahrzehnten. Eine angekündigte Restaurierung und Wiedereröffnung weckt jedoch die Hoffnung, dass an der Calle El Conde nicht nur ein traditionsreicher Name, sondern auch ein Stück dominikanischer Kulturgeschichte erhalten bleibt.
- Ein Café nach europäischem Vorbild
- Spanische Exilanten und die Kultur der Tertulia
- Ein Freiraum während der Trujillo-Diktatur
- Schriftsteller, Maler und politische Debatten
- Pedro Mir und die Geschichten des Hauses
- José Cestero und sein zweites Zuhause
- Das Gebäude an der Calle El Conde
- Anerkennung als „Espacio de las Letras“
- Restaurierung und geplante Wiedereröffnung
- La Cafetera heute
- Was sich in der Umgebung verbinden lässt
- Santo Domingo individuell oder geführt entdecken
Ein Café nach europäischem Vorbild
Die Geschichte von La Cafetera beginnt mit Benito Paliza Torre, einem aus Spanien stammenden Unternehmer, der sich in Santo Domingo der Verarbeitung und Röstung von Kaffee widmete. Die überlieferten Angaben zum genauen Gründungsjahr unterscheiden sich: Einige Darstellungen nennen 1930, andere 1932. Gesichert ist, dass das Café zu Beginn der 1930er-Jahre an der Calle El Conde entstand und damit zu den ältesten über Jahrzehnte fortbestehenden Kaffeehäusern der dominikanischen Hauptstadt gehörte.
Im geschützten Teil lesen Sie …
… wie La Cafetera zum Treffpunkt dominikanischer Schriftsteller, Künstler und politischer Intellektueller wurde und welche Zukunft für das historische Café vorgesehen ist.
Was sich in der Umgebung verbinden lässt
La Cafetera liegt direkt an der Calle El Conde und lässt sich am besten als Station eines Rundgangs durch die Kolonialstadt einordnen. Nur wenige Gehminuten entfernt befinden sich der Parque Colón, die Kathedrale Santa María de la Encarnación, die Calle Las Damas, das Centro Cultural Taíno Casa del Cordón und der Parque Independencia.
Besonders passend ist die Verbindung mit einem Spaziergang über die gesamte Calle El Conde. Dabei wird sichtbar, wie sich die Straße von einer eleganten Geschäfts- und Flaniermeile des 20. Jahrhunderts zu einer heutigen Fußgängerzone mit historischen Gebäuden, Geschäften, Gastronomie und touristischen Angeboten verändert hat.
Santo Domingo individuell oder geführt entdecken
La Cafetera lässt sich gut mit weiteren Sehenswürdigkeiten der Kolonialstadt verbinden. Sie können Santo Domingo auf eigene Faust erkunden, eine persönliche Reiseroute zusammenstellen oder an einer geführten Besichtigung teilnehmen.
Santo Domingo auf eigene Faust
Ein Stadtrundgang durch die Kolonialstadt verbindet die La Cafetera mit weiteren historischen Gebäuden, Plätzen und Museen. Die vorgestellten Routen enthalten Informationen zu den einzelnen Stationen sowie praktische Hinweise für unterwegs.
Zu den Stadtrundgängen durch Santo DomingoPersönliche Reise zusammenstellen
Im Tourenplaner finden Sie Sehenswürdigkeiten und interessante Orte, die Sie für Ihre persönliche Reise auswählen und speichern können. Auf der Detailseite der La Cafetera lässt sich die Sehenswürdigkeit anschließend in den persönlichen Tourplan übernehmen.
La Cafetera im Tourenplaner öffnenSanto Domingo mit einem Guide entdecken
Für Santo Domingo werden geführte Stadtbesichtigungen, Aktivitäten und Rundreisen angeboten. Das Spektrum reicht von einzelnen Ausflügen in der Kolonialstadt bis zu mehrtägigen Reisen, bei denen die Hauptstadt Teil der Route ist.
Ausflüge und Rundreisen in Santo Domingo ansehenTourenplaner, Ausflüge und Rundreisen werden auf unserer Netzwerkseite ErlebeDominicana vorgestellt.
Quellen und Bildnachweise
Artikelfoto: Enciclopedia Dominicana
Quellen:
· Enciclpedia Dominicana
· Veröffentlichungen in der Tagespresse
