Wer in Santa Bárbara de Samaná durch das Zentrum läuft, stößt irgendwann auf eine Kirche, die hier zunächst etwas fremd wirkt. Die Saint Peter Church, von den Einheimischen meist nur „La Chorcha“ genannt, sieht eher nach Neuengland als nach Nordostkaribik aus. Schlanker Turm, protestantische Schlichtheit, keine Spur von barocker Üppigkeit. Tatsächlich gehört sie zu einer Geschichte, die Samaná bis heute von vielen anderen Regionen der Dominikanischen Republik unterscheidet.
Sie beginnt nicht auf der Halbinsel, sondern in den Vereinigten Staaten.
Anfang des 19. Jahrhunderts lebten dort bereits viele freie Schwarze. Frei bedeutete allerdings noch lange nicht gleichberechtigt. Selbst dort, wo die Sklaverei abgeschafft war, blieben gesellschaftliche Ausgrenzung, eingeschränkte Rechte und rassistische Diskriminierung Teil des Alltags. Im Süden bestand die Sklaverei ohnehin fort.

Zur gleichen Zeit hatte sich auf Hispaniola eine politische Entwicklung vollzogen, die in der damaligen Welt außergewöhnlich war. Aus dem erfolgreichen Aufstand der Versklavten in der französischen Kolonie Saint-Domingue war 1804 Haiti entstanden – die erste unabhängige schwarze Republik der Neuzeit.
1822 brachte der haitianische Präsident Jean-Pierre Boyer auch den östlichen Teil Hispaniolas unter seine Kontrolle. Damit regierte er für mehr als zwei Jahrzehnte die gesamte Insel.
Zwei Jahre später richtete Boyer seinen Blick nach Norden.
Im geschützten Teil lesen Sie …
… die ganze Geschichte der Amerikaner von Samaná.
Den vollständigen Reiseführer zur Halbinsel Samaná gibt es auch zum Download – ideal zum Lesen ohne Internet.
Bildnachweise
– La Chorcha in Santa Bárbara de Samaná – perspepic, CC BY-SA 2.0
– Gottesdienst in La Chorcha – Caballero1967, CC BY-SA 4.0
– Frederick Douglass – George Kendall Warren, Public Domain
– Jean-Pierre Boyer – NYPL Digital Gallery / Wikimedia Commons, Public Domain
