32 Pfund schweren Bernstein gefunden

Ein außergewöhnlicher Fund aus der Cordillera Septentrional – und die Frage nach einem möglichen Rekord

Im Bergland hinter Puerto Plata wurde im Februar 2024 ein außergewöhnlich großes Stück Bernstein entdeckt. Der Fund stammt aus der Mina Bracho bei La Cumbre in der Cordillera Septentrional. Sechs Bergleute sollen das dunkelgrün schimmernde Stück mit einfachen Werkzeugen aus dem Gestein gelöst haben. Sein angegebenes Gewicht: 32 Pfund, umgerechnet rund 14,5 Kilogramm.

Schon kurz nach seiner Entdeckung wurde der Bernstein in dominikanischen Medien als möglicherweise größter Fund in der Geschichte des Landes bezeichnet. Der Gemmologe Antony Shih untersuchte das Stück und bestätigte den Berichten zufolge, dass es sich um dunklen, grünlichen Bernstein handelt. Sein Wert war zunächst nicht beziffert worden; vorgesehen war offenbar eine spätere Präsentation in einem Museum.

Ob der Fund tatsächlich einen offiziellen Größenrekord darstellt, lässt sich bislang nicht zweifelsfrei belegen. Eine wissenschaftliche Dokumentation, ein Vergleich mit anderen Großfunden oder eine öffentliche Bestätigung durch ein Museum wurden nicht bekannt. Außergewöhnlich bleibt das Stück dennoch – allein wegen seines Gewichts und seiner weitgehend zusammenhängenden Form.

Der Fund lenkt den Blick zugleich auf einen besonderen Naturschatz der Dominikanischen Republik. Dominikanischer Bernstein ist kein gewöhnlicher Schmuckstein, sondern versteinertes Baumharz und ein Fenster in tropische Wälder, die vor vielen Millionen Jahren auf Hispaniola existierten.

Der Fund in der Mina Bracho

Nach den ersten Berichten wurde der Bernstein am 28. Februar 2024 in der Mina Bracho entdeckt. Die Mine befindet sich bei La Cumbre im Gebirgszug der Cordillera Septentrional, der sich parallel zur dominikanischen Nordküste erstreckt.

Im geschützten Teil lesen Sie …

… wie der außergewöhnliche Bernstein gefunden wurde, weshalb ein offizieller Rekord bislang nicht belegt ist und was dominikanischen Bernstein wissenschaftlich so wertvoll macht.

Die Bernsteinrouten der Dominikanischen Republik

Der außergewöhnliche Fund bei La Cumbre ist nur ein Teil der langen Geschichte des dominikanischen Bernsteins. In verschiedenen Regionen des Landes liegen Minen und historische Fundgebiete, in denen das fossile Baumharz bis heute häufig in mühsamer Handarbeit aus dem Berg geholt wird.

Die vorgestellten Bernsteinrouten verbinden ausgewählte Minengebiete mit Museen, Werkstätten und Orten, an denen der Weg vom unscheinbaren Rohbernstein bis zum geschliffenen Schmuckstück nachvollziehbar wird. Je nach Region lassen sich daraus einzelne Tagesausflüge oder mehrere Etappen einer Rundreise zusammenstellen.

Dabei geht es nicht allein um den Abbau. Die Routen führen zugleich in abgelegene Berglandschaften, zu kleinen Gemeinden und zu Menschen, deren Alltag seit Generationen mit dem Bernstein verbunden ist. Da nicht alle Minen öffentlich zugänglich sind, wird bei jeder Route erklärt, welche Orte besucht werden können und wo eine vorherige Anmeldung oder Begleitung erforderlich ist.

Weiterführende Artikel

Quellen und Bildnachweise